Reife Schlehen sind blauschwarz, meist ab September, und an Hecken und Feldrändern findest du sie bis in den Dezember. Wild Food UK empfiehlt, sie im Oktober oder November zu sammeln, am besten nachdem sie Frost abbekommen haben. Nach dem ersten Frost zu pflücken ist Tradition, du kannst sie aber auch früher ernten und zu Hause einfrieren. Bevor du pflückst, prüf, ob der Strauch wirklich ein Schwarzdorn ist: Hier stehen die Merkmale, mit denen du ihn von seinen Doppelgängern unterscheidest.
Schlehen sind die Früchte des Schwarzdorns (Prunus spinosa). Nach der Bestäubung durch Insekten entwickeln sich aus den Blüten blauschwarze Früchte von etwa 1 cm Durchmesser. Reife Schlehen findest du den ganzen Herbst über an Hecken und Feldrändern, bis in den Dezember.
Der Woodland Trust nennt Ende September bis Dezember als Zeit, in der die Beeren pflückreif sind. Wild Food UK gibt als Saison September bis November an. Klimawandel und Wetter können verschieben, wann Wildfrüchte reif werden; der Woodland Trust rät deshalb, Monatsangaben nur als grobe Richtschnur zu nehmen und vor Ort nachzusehen.
Traditionell werden Schlehen für Gin nach dem ersten Frost gepflückt, es spricht aber nichts dagegen, sie früher zu ernten und in den Gefrierschrank zu legen. Die Idee dahinter: Frost lässt die Haut aufplatzen, sodass der Saft austreten kann, ohne dass du jede Beere anstechen musst. Laut Wild Food UK hat das Einfrieren zu Hause dieselbe Wirkung.
Rohe Schlehen trocknen den Mund innerhalb von Sekunden aus, deshalb schlägt der Woodland Trust vor, sie als Aroma zu nutzen, etwa in Wodka, Whisky, Gelee und Sirup.
Wie viele Schlehen es gibt, hängt jedes Jahr vom Wetter im vorangegangenen Frühjahr und Sommer ab. Ist es zu trocken, bleiben die Schlehen klein und schrumpelig; ist es zu nass und kalt, entwickeln sie sich gar nicht. Für eine gute Ernte mit prallen, gut ausgereiften Früchten braucht es das richtige Verhältnis von Wärme und Wasser.
Außerdem kann der gallbildende Pilz Taphrina pruni die Früchte befallen; sie bleiben dann klein und schrumpelig.
Der Schwarzdorn ist ein häufiger Heckenstrauch. Wild Food UK sucht ihn an Feldrändern, auf Wiesen am Waldrand oder dort, wo er aus Hecken herausragt. Er wächst am besten auf feuchtem, gut durchlässigem Boden und gedeiht in voller Sonne. Heimisch ist er in Europa und Westasien.
Der Schwarzdorn ist dornig und dicht verzweigt, ausgewachsen wird er etwa 4 m hoch. Die dunkelbraune Rinde ist glatt, und aus geraden Seitentrieben werden Dornen. Die Blätter sind leicht runzlig, oval, gezähnt, vorne spitz und zur Basis hin verschmälert.
Die weißen Blüten sitzen an kurzen Stielen und erscheinen im März und April vor den Blättern. Die Frucht ist eine dunkelviolette bis schwarze kleine Pflaume mit hellem Belag. Im Winter erkennst du den Schwarzdorn an den schwarzen, dornigen Zweigen mit Blattknospen entlang der Dornen.
Die Kirschpflaume (Prunus cerasifera) wächst meist ohne Dornen, blüht gleichzeitig mit dem Austrieb der Blätter und hat unbehaarte Zweige. Auch ein unbelaubter Weißdorn kann mit dem Schwarzdorn verwechselt werden: Der Schwarzdorn blüht vor dem Laubaustrieb, und seine Dornen tragen Knospen entlang ihrer Länge. Wild Food UK nennt andere Pflaumen als mögliche Verwechslung. Die Forage-Artenseite zur Schlehe führt Faulbaum, Purgier-Kreuzdorn und Gemeinen Liguster als Doppelgänger.
Beim Faulbaum (Frangula alnus) reift eine kleine Beere von Grün über Rot zu Dunkelviolett oder Schwarz im Frühherbst. Seine Äste und Zweige sind glatt und ohne Dornen. Schält man die Rinde an, kommt darunter gelbe Rinde zum Vorschein. Tox Info Suisse führt den Faulbaum unter den Pflanzen, die selten zu schweren Vergiftungen führen, wegen ihrer Giftigkeit aber nicht auf Kinderspielplätzen gepflanzt werden sollten.
Der Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) heißt auf Englisch auch common buckthorn. Er ist ein kleiner, dorniger Baum. Seine violettschwarzen Beeren sind 6 bis 10 mm groß. Die Blätter stehen gegenständig am Zweig und haben 3 bis 5 Paar gebogene Seitennerven, die zur Blattspitze laufen. Unter der angeschälten Rinde zeigt sich orange Rinde.
Tox Info Suisse warnt, dass schwarze Beeren sehr giftig sein können und ihre Giftigkeit stark schwankt. Der Woodland Trust rät, Bestimmungsmerkmale zu prüfen, ein gutes Bestimmungsbuch mitzunehmen und am besten jemanden mit Erfahrung dazuzuholen.
Beim Schlehenpflücken trägst du laut Woodland Trust am besten dicke Handschuhe. Die Dornen dringen leicht in die Haut ein, brechen ab und bleiben stecken, was zu Infektionen und Entzündungen führen kann. Beschwerden zeigen sich oft erst Tage nach der Verletzung und können in seltenen Fällen ernst sein. Vögel fressen die Schlehen im Herbst.
In Deutschland darf nach dem Bundesnaturschutzgesetz jeder wild wachsende Früchte an Stellen ohne Betretungsverbot in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen. Wer wild lebende Pflanzen gewerbsmäßig entnimmt, braucht eine Genehmigung der Naturschutzbehörde.
Wurden schwarze Beeren gegessen, ist es laut Tox Info Suisse unbedingt nötig, die Pflanze zu bestimmen. Hol sofort medizinischen Rat, wenn du glaubst, dass sich jemand vergiftet haben könnte. Beschwerden können erst nach einigen Stunden oder Tagen auftreten.
Das BVL listet die Giftnotrufzentralen in Deutschland und Österreich, zum Beispiel den Giftnotruf Berlin unter 030 192 40. In Österreich erreichst du die Vergiftungsinformationszentrale unter +43 140 643 43. In der Schweiz ist Tox Info Suisse unter 145 erreichbar. In Großbritannien rät der NHS, 999 zu wählen oder in die Notaufnahme zu gehen, wenn jemand etwas Schädliches geschluckt haben könnte. Bist du unsicher, ob etwas schädlich ist, ruf NHS 111 an. In den USA ist die Giftnotrufnummer 1 800 222 1222. Bricht die Person zusammen, krampft, hat Atemnot oder ist nicht erweckbar, rät Poison Control, 911 zu wählen.
Was du später im Jahr noch findest, steht im Ratgeber Wildkräuter im Winter; was in deiner Region gerade Saison hat, zeigt dir der Saison-Finder. Beides ist unten verlinkt.
Äste und Zweige glatt und ohne Dornen. Beeren reifen von Grün über Rot zu Dunkelviolett oder Schwarz. Gelbe Rinde unter der Oberfläche.
Kleiner, dorniger Baum. Blätter gegenständig, mit 3 bis 5 Paar gebogenen Seitennerven zur Spitze. Orange Rinde unter der Oberfläche.
Wächst meist ohne Dornen, blüht mit dem Laubaustrieb, unbehaarte Zweige.
Dunkle Beeren in der Hecke sind nicht immer Schlehen. Prüf Dornen, Blätter und Rinde, bevor du pflückst, und lass im Zweifel alles hängen. Hat jemand Beeren gegessen, die du nicht sicher bestimmen kannst, ruf den Giftnotruf an.
Reife Schlehen sind blauschwarz, meist ab September, und halten sich bis in den Dezember. Wild Food UK empfiehlt Oktober oder November, am besten nach Frost.
Nein. Nach dem ersten Frost zu pflücken ist Tradition, du kannst sie aber auch früher ernten und einfrieren. Die Idee: Frost lässt die Haut aufplatzen, sodass der Saft leichter austritt.
Der Woodland Trust schreibt, dass rohe Schlehen den Mund innerhalb von Sekunden austrocknen. Wild Food UK beschreibt sie als extrem herb.
Die Ernte hängt vom Wetter im vorangegangenen Frühjahr und Sommer ab. Ist es zu trocken, bleiben die Früchte klein und schrumpelig; ist es zu nass und kalt, entwickeln sie sich gar nicht.
Die Kirschpflaume hat meist keine Dornen und unbehaarte Zweige. Die Forage-Artenseite zur Schlehe führt Faulbaum, Purgier-Kreuzdorn und Gemeinen Liguster als Doppelgänger. Der Faulbaum ist dornenlos und trägt im Frühherbst dunkle Beeren. Der Purgier-Kreuzdorn ist dornig, hat gegenständige Blätter und violettschwarze Beeren. Tox Info Suisse warnt, dass schwarze Beeren sehr giftig sein können.
In Deutschland darf jeder wild wachsende Früchte an Stellen ohne Betretungsverbot in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Text dient der Orientierung zu Saison und Standort, er ist keine Bestimmungshilfe und sagt nicht, ob eine konkrete Pflanze oder ein konkreter Pilz essbar ist. Viele Arten haben giftige, manche tödliche Doppelgänger. Iss oder verwende nichts, was nicht von Fachleuten wie Pilzsachverständigen sicher bestimmt wurde. Für Schäden aus der Nutzung dieser Informationen übernehmen wir keine Haftung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort den Giftnotruf oder den Notruf 112 anrufen. Beachte Naturschutzrecht und Eigentumsrechte.