Dieser Ratgeber nennt das Saisonfenster jeder Art einzeln; die Monate gelten für Großbritannien und Irland, wenn ein Abschnitt nichts anderes sagt. Laut First Nature fruchtet die Speisemorchel dort von März bis Anfang Juni. Am anderen Ende des Jahres fruchtet der Gemeine Samtfußrübling vom Herbst durch den Winter bis ins zeitige Frühjahr. Dazwischen stehen hier die übrigen Arten, Beispiele zu Regen, Jahr und Region und der Grüne Knollenblätterpilz mit den Merkmalen, die ihn unterscheiden.
Die Speisemorchel (Morchella esculenta) fruchtet in Großbritannien und Irland von März bis Anfang Juni. Du findest sie vor allem in Wäldern auf Kalkboden, gelegentlich auch auf gestörtem Boden in Gärten. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) führt alle Morchelarten (Morchella spp.) beim neurologischen Morchella-Syndrom. Verwechseln kann man die Speisemorchel mit der Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta), deren Hut hirnartig gewunden statt wabig ist. Die DGfM führt die Frühjahrslorchel beim Gyromitrin-Syndrom.
Der Maipilz oder Mai-Ritterling (Calocybe gambosa) erscheint in Großbritannien und Irland von April bis Juni. In Deutschland zeigt er sich selten vor Anfang Mai und heißt dort Maipilz. Sein mehliger Geruch, wie nasses Mehl, unterscheidet ihn von anderen hellen Frühjahrspilzen. First Nature ergänzt, dass später im Jahr auch andere weiße Pilze mehlig riechen.
Den Maipilz kann man mit dem Ziegelroten Risspilz (Inocybe erubescens) verwechseln, der gegen Ende des Frühjahrs an Waldrändern erscheinen kann. Dessen Lamellen sind blassrosa statt weiß und färben sich bei Druck rot. Die DGfM führt den Ziegelroten Risspilz beim Muscarin-Syndrom.
Der Pfifferling (Cantharellus cibarius) fruchtet in Großbritannien und Irland von Juni bis Oktober, in milden Herbsten sogar bis in den November. In den meisten Jahren zeigt sich vor Ende Juni oder Anfang Juli keiner. Auf seiner Unterseite trägt er runzelige Leisten statt echter Lamellen, und an diesen Leisten unterscheidest du ihn von Doppelgängern wie dem Falschen Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca).
Der Steinpilz (Boletus edulis) fruchtet in Großbritannien und Irland von Juni bis Oktober. Schneidest oder drückst du ihn, verfärben sich Poren und Röhren nicht.
Die Krause Glucke (Sparassis crispa) fruchtet dort von Juli bis Oktober. Der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) fruchtet in Großbritannien und Irland im Sommer und Herbst.
Der Parasol oder Riesenschirmling (Macrolepiota procera) fruchtet in Großbritannien und Irland von Juli bis November, in Südeuropa später. Er wächst an Straßenrändern, auf verwilderten Weiden und auf grasigen Klippen an der Küste. Am Stiel sitzt ein großer, doppelrandiger Ring, der oft verschiebbar wird.
Der Maronenröhrling (Imleria badia) fruchtet in Großbritannien und Irland von August bis November. Als Hauptsaison nennt First Nature den Spätsommer und Herbst.
Der Austernseitling (Pleurotus ostreatus) fruchtet in Großbritannien und Irland im Sommer, Herbst und Frühwinter. In Teilen Südeuropas ist er manchmal bis in den Januar oder Februar zu finden.
Der Gemeine Samtfußrübling (Flammulina velutipes) ist in Großbritannien und Irland vom Herbst durch den Winter bis ins zeitige Frühjahr recht häufig.
Was du in den kalten Monaten sonst noch findest, steht in unserem Winter-Ratgeber, unten verlinkt.
Nach der Erfahrung von First Nature sind junge Steinpilze oft ein paar Tage nach einem Sommerregen am schönsten. Wartest du eine Woche bis zehn Tage, sind mehr der gefundenen Steinpilze wahrscheinlich madig. Der Woodland Trust beschreibt, dass der Halskrausen-Erdstern (Geastrum triplex) gern nach Regen fruchtet, zwischen Juli und November.
Laut First Nature gab es 2011 Mitte Oktober noch bis hinauf in den schottischen Caledonian Forest viele frische junge Pfifferlinge, während sie in typischeren Jahren Ende September vorbei sind.
In Südeuropa findet man Pfifferlinge oft von Oktober bis in den folgenden März. Der Maipilz erscheint in Südeuropa etwa einen Monat früher und in Skandinavien erst im Juni und Juli.
First Nature gibt für den Grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) in Großbritannien und Irland eine Saison von Juli bis November an. Er geht Partnerschaften mit Laubbäumen ein, besonders mit Eichen, gelegentlich auch mit Nadelbäumen.
Seine Lamellen sind anfangs rein weiß. Meist behält er bis ins Alter einen zarten, hängenden Ring. Die verdickte Stielbasis steckt in einer großen, weißen, sackartigen Scheide (Volva), die innen oft grünlich getönt ist. Sein Sporenpulver ist weiß.
First Nature warnt, dass man einen jungen Knollenblätterpilz mit Champignons (Agaricus) wie Agaricus sylvicola verwechseln kann, der im selben Lebensraum wächst. Im Knospenstadium kann man ihn auch für einen Stäubling halten. Schneidest du ihn der Länge nach durch, ist die Volva sofort zu sehen.
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) führt den Grünen Knollenblätterpilz beim Amatoxin-Syndrom. Typisch sind heftige Brechdurchfälle, danach eine scheinbare Besserung, während die Leberschädigung beginnt, bis hin zu Leberzerfall, Störungen der Blutgerinnung und Nierenversagen. Die Beschwerden beginnen meist 8 bis 12 Stunden nach der Mahlzeit, die Spanne reicht von 4 bis 36 Stunden. Laut DGfM sind die Amatoxine hitzestabil und überdauern das Garen.
Nimm immer den ganzen Pilz samt Stielbasis aus dem Boden, verlass dich nie auf ein einzelnes passendes Merkmal und lass jeden Fund von einer oder einem Pilzsachverständigen prüfen. Die DGfM warnt, dass sich auch durch eine lange Kochzeit nicht alle Pilzgifte zerstören lassen. In Deutschland findest du geprüfte Pilzsachverständige in deiner Nähe auf der Karte der DGfM.
Hol sofort medizinischen Rat, wenn du eine Vergiftung vermutest. Beschwerden können erst nach einigen Stunden oder Tagen beginnen, warte also nicht darauf.
Das BVL listet die Giftnotrufzentralen in Deutschland und Österreich, zum Beispiel den Giftnotruf Berlin unter 030 192 40. In Österreich erreichst du die Vergiftungsinformationszentrale unter +43 140 643 43. In der Schweiz betreibt Tox Info Suisse die Notrufnummer 145. In Großbritannien rät der NHS, 999 zu rufen oder in die Notaufnahme zu gehen, wenn jemand etwas Schädliches geschluckt haben könnte. Ist unklar, ob etwas schädlich ist, gilt NHS 111. In den USA erreichst du die Giftnotrufzentrale unter 1 800 222 1222. Bricht die Person zusammen, krampft, hat Atemnot oder ist nicht wach zu bekommen, rät Poison Control, 911 zu rufen.
Fruchtet in Großbritannien und Irland von Juli bis November. Lamellen anfangs weiß, zarter hängender Ring, sackartige Volva an der Stielbasis. Die DGfM führt ihn beim Amatoxin-Syndrom.
Ihr Hut ist hirnartig gewunden statt wabig. Die DGfM führt sie beim Gyromitrin-Syndrom.
Die runzeligen Leisten des echten Pfifferlings unterscheiden ihn von diesem Doppelgänger.
Ein Saisonkalender ist eine Suchhilfe, keine Bestimmungshilfe. Dass ein Pilz im richtigen Monat steht, sagt nichts über seine Art. Bestimme jeden Fund einzeln, bewahre den ganzen Fruchtkörper samt Stielbasis auf und lass ihn von einer oder einem Pilzsachverständigen prüfen. Im Zweifel stehen lassen.
Das hängt von der Art ab. In Großbritannien und Irland fruchtet die Speisemorchel von März bis Anfang Juni, der Steinpilz von Juni bis Oktober, der Parasol von Juli bis November und der Gemeine Samtfußrübling vom Herbst durch den Winter bis ins zeitige Frühjahr.
Die Speisemorchel fruchtet in Großbritannien und Irland ab März. Der Maipilz erscheint dort ab April, in Deutschland aber selten vor Anfang Mai.
First Nature findet junge Steinpilze oft ein paar Tage nach einem Sommerregen am schönsten. Nach einer Woche bis zehn Tagen sind mehr von ihnen wahrscheinlich madig.
Nicht für alle Arten zur selben Zeit. Der Austernseitling fruchtet in Großbritannien und Irland bis in den Frühwinter, der Gemeine Samtfußrübling vom Herbst durch den Winter bis ins zeitige Frühjahr.
First Nature gibt für ihn in Großbritannien und Irland Juli bis November an. Seine Lamellen sind anfangs weiß, und die Stielbasis steckt in einer sackartigen Volva. Lass jeden Fund von einer oder einem Pilzsachverständigen prüfen.
Sofort medizinischen Rat holen; Beschwerden können erst nach Stunden oder Tagen beginnen. Die Giftnotrufzentralen für Deutschland und Österreich listet das BVL, in Österreich gilt +43 140 643 43, in der Schweiz 145. In Großbritannien 999 oder die Notaufnahme, in den USA 1 800 222 1222.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Text dient der Orientierung zu Saison und Standort, er ist keine Bestimmungshilfe und sagt nicht, ob eine konkrete Pflanze oder ein konkreter Pilz essbar ist. Viele Arten haben giftige, manche tödliche Doppelgänger. Iss oder verwende nichts, was nicht von Fachleuten wie Pilzsachverständigen sicher bestimmt wurde. Für Schäden aus der Nutzung dieser Informationen übernehmen wir keine Haftung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort den Giftnotruf oder den Notruf 112 anrufen. Beachte Naturschutzrecht und Eigentumsrechte.